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Studiengänge

Super Studium


Nickname: Alina86
Bundesland: Hessen Stadt: Giessen
Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen
Bezeichnung des Studienganges: Psychologie
Semester: 5
Abschluss: Magister
Allgemeine Bewertung des Studiums: Ausgezeichnet
Allgemeine Bewertung der Hochschule: Sehr gut
Bewertung des Umfelds:

Alle netten Leute ziehen weg...


Bewertung der Stadt:

Nettes sympathisches Städtchen


Beschreibung:

Da ich nun schon 5 Semester an der Uni Marburg Psychologie studiere, wird es Zeit für einen Bericht.

Der Bericht ist relativ lang und richtet sich an Leute, die evtl. ein Psychologiestudium  in Erwägung ziehen. Ich beschreibe vor allem das Grundstudium.

Da vielleicht einige Leute vor der Studienwahl bzw. Studienplatzwahl stehen, hier etwas zu den „Risiken und Nebenwirkungen“ des Psychologiestudiums.

- Allgemeines zum Studium in Marburg -

Die Zusammensetzung meiner ca. 130 Kommilitonen bestand zu ca. 70% aus Leuten, die von der ZVS hierher geschickt wurden, und zu 30% aus solchen, die wegen bekannter Professoren oder dem allgemein guten Ruf des Fachbereichs Psychologie hierher wollten.

Die Stadt

 

Für alle, die vor der Qual der Wahl des Studienorts stehen, sei hier kurz vermerkt, dass Marburg ein „nettes“ Städtchen mit ca. 80000 Einwohnern und ca.17500 Studenten ist. Im allgemeinen ab und zu nette Parties und vor allem gute Konzerte, aber nicht zu vergleichen mit dem Nachtleben von Großstädten. Als sonstige Beschäftigung für den Abend sind  Kneipen sehr beliebt (und daher am Wochenende auch meistens voll) oder das Kino (leider aufgrund Monopolstellung überteuert, aber es gibt noch kleine Kinos, die preiswerter sind)
Sonstige Defizite sind extremer Wohnungsmangel (als ZVSler muss man wirklich Glück haben ein annehmbares Zimmer zu finden), relativ teure Mieten (ca. 230 Euro für 15qm in relativer Stadtnähe, d.h. 5-10 Minuten mit dem Fahrrad zur Uni) und schreckliche Mensa (ausser man mag fettiges Essen und als Vegetarier die Reste vom Vortag mit Soße übergossen)
Der Vorteil der Stadt ist, dass es eine richtige Studentenstadt ist, d.h. es gibt viele Sonderangebote für Studies (z.B. Hochschulsport, Vergünstigungen bei Telekom, Fitnessstudios etc.)
Nächste größere Städte sind Gießen, Frankfurt, Kassel.

- Allgemeines zum Fachbereich Psychologie -

Die Uni ist mit ca. 17500 Studierenden mittelgroß. Die Fachbereiche sind über die Stadt verteilt, bzw. die Mediziner, Biologen & Co. Müssen sich auf einen „Berg“ begeben, um dort vom Rest abgeschieden (aber dafür mit eigener, besserer Mensa) zu studieren.

Der Fachbereich Psychologie liegt in der Innenstadt (Gutenbergstraße 18) und somit relativ zentral. Relativ deshalb, weil das Hörsaalgebäude (wo Vorlesungen stattfinde) ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt liegt, und man sich daher wenn man nach einer Vorlesung ein Seminar hat, sich schon beeilen muss. Denn die Seminare finden im Institut satt.
Die Mensa liegt ca. 5 Minuten von Hörsaalgebäude, dafür ca. 12 Minuten vom Institut.

 

Das Fachbereichsgebäude ist ein großes altes Backsteinbauwerk mit 4 Stockwerken, wobei das oberste Stockwerk ein Studentenwohnheim für ausländische Studenten ist.

 


Der Fachbereich gliedert sich in diverse Arbeitsgruppen:
· Arbeitsgruppe Methodenlehre/EDV · Arbeitsgruppe Allgemeine und Physiologische Psychologie · Arbeitsgruppe Pädagogische und Entwicklungspsychologie · Arbeitsgruppe Differentielle und Diagnostische Psychologie · Arbeitsgruppe Sozialpsychologie · Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie · Arbeitsgruppe Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie · 
(Für nähere Infos über die einzelnen Arbeitsgruppen siehe www.uni-marburg.de/psychologie/)

Die einzelnen Arbeitsgruppen sind dann über die Stockwerke verteilt. Ansonsten gibt es noch einen kleinen Computerraum, eine Bibliothek sowie Zeitschriftensammlung, Verwaltung und Spezialräume (z.B. Rattenlabor – keine Angst, es gibt keine grausamen Tierversuche)

Ausserdem BRAIN – eine begabungsdiagnostischen Beratungsstelle und die Psychotherapie Ambulanz

(Für mehr Infos: www.psychotherapie-ambulanz-marburg.de/ bzw. 
www.staff.uni-marburg.de/~brain/ )


www.uni-marburg.de/psychologie/
(hier gibt’s alle Infos über das Psychologiestudium in Marburg, Telefonnummern, Vorlesungsverzeichnis, Nützliche Links und News)

www.students.uni-marburg.de/~Fachs04/
(sehr nützliche Seite der Fachschaft. Hier gibt es Erstsemesterinfos, Tipps für das Studium, Skripte zum downloaden und man kann sich Prüfungsprotokolle zumailen lassen. Ausserdem kann man sich per email über neuste Vorgänge des Fachbereichs informieren lassen.)

--- Das Grundstudium ---

Vorweg: Psychologie ist  eine Naturwissenschaft. So manch einer wußte das nicht und wechslte nach dem ersten Semester sehr schnell den Studiengang bzw. Studienort.
Studienbeginn nur zum Wintersemester (also Mitte Oktober)

 

Veranstaltungen:

Einführung in das Studium der Psychologie ist eine nette Vorlesung, die man aber angesichts von Prüfungen meistens schnell nicht mehr besucht. Aber eigentlich ist sie recht interessant und teils belustigend.

Methodenlehre beinhaltet Statistik 1 und 2, Versuchsplanung und Testtheorie. 
Manch einer Fragt sich jetzt: was ist das?
Es werde Verfahren aufgezeigt, wie man Experimente planen, auswerten und bewerten kann. Meines Erachtens nach auch für Mathenieten zu meistern, wenn man am Ball bleibt. Sonst verliert man schnell den Anschluß.

Allgemeine Psychologie 1 und 2: Besteht aus Wahrnehmung, Motivation & Emotion, Lernen und Kognition & Sprache. Alles sehr wissenschaftlich, hier braucht man die Bio- und Physiologiekenntnisse vom 1. Und 2. Semester.

Experimentalpsychologische Demonstrationen und Praktika : Hier macht man Versuche (vorlesungsbegleitend zur Allgemeinen Psychologie, sowie zur Sozialpsychologie) und plant im 2. Semester ein Experiment, das man dann auch durchführt (gute Vorbereitung für die Semesterarbeit im 4. Semester, aber auch sehr stressig)

Entwicklungspsychologie: Wie der Name schon sagt erfährt man hier etwas über die Psychologische Entwicklung von Babys, Kleinkindern, Jugendlichen und alten Menschen

Differentielle Psychologie und Pers src="/plugins/editors/tinymce/jscripts/tiny_mce/themes/advanced/langs/de.js" type="text/javascript"> önlichkeitsforschung: Das ist wohl die Vorlesung, die dem „allgemeinen Verständnis“ für Psychologie am nahsten kommt. D.h. Persönlichkeitstheorien, Intelligenzmodelle etc. Persönlichkeitsstörungen kommen erst im Hauptstudium. Wer allerdings auf Freud, Jung & Co. Hofft, wird enttäuscht, denn diese Personen werden während des gesamten Grundstudiums in maximal 3 Vorlesungen erwähnt. (wie gesagt, naturwissenschaftliches Studium)

Sozialpsychologie: Sehr nette Vorlesung (von Herr Wagner) und Erkenntnisse über menschliches Verhalten in Gruppen (z.B. wie kam es zu menschenverachtendem Verhalten zur Zeit des Dritten Reichs; einigen werden vielleicht die Milgram Experimente etwas sagen)

Biologie und Physiologie: In Biologie wird eigentlich der Stoff der Oberstufe im Schnellverfahren wiederholt. Wer in der Oberstufe kein Bio hatte muss sich etwas anstrengen. In Physiologie geht es um den Gehirnaufbau und die Funktionen einzelner Hirnbereiche. Beide Veranstaltungen sind Grundlagen für das Verständnis weiterer Fächer.

EDV: Hier lernt man den Umgang mit SPSS, einem gängigen Statistikprogramm. SPSS braucht man in Semester- und Diplomarbeit, sowie in Praktika bzw. später im Beruf. Vor EDV sollte man sich auch wenn man Computer im allgemeinen nicht leiden kann nicht drücken, denn der Umgang mit SPSS wird bei vielen Berufen vorausgesetzt. Wer später Kurse besuchen muss zahlt viel Geld.

Prüfungen im Grundstudium:
Im 1. Semester: Biologie (Statistik 1 und EDV freiwillig  gut zur Selbstkontrolle)
Im 2. Semester: Statistik 2, EDV, Physiologie
Danach diverse Seminarscheine, Experimentalpraktikum, Semesterarbeit.
Ab dem 4. Semester (und besser schon vorher) muss man fleißig fürs Vordiplom lernen. Vordiplom bedeutet Prüfungen in allen bisher gehabten Fächern (7 mündliche Prüfungen). Ungünstigerweise sind die Prüfungen alle in einem Zeitraum von 2-3 Monaten (ausser man macht im 5.Semester noch einige Prüfungen). Dieser Prüfungszeitraum war mit Abstand der stressigste Abschnitt meines Lebens, denn man ist ca. 5 Monate nur mit Lernen beschäftigt. (Aber wenn man vorher schon vorlesungsbegleitend die Bücher liest und zusammenfaßt ist es wohl weniger stressig)

Angeblich soll das Prüfungsverfahren geändert werden, kann also sein dass diese Infos in ein paar Semestern nicht mehr aktuell sind. Also immer noch mal auf der Homepage nachschauen.

Für persönliche Beratung ist am Fachbereich Herr Franzen zuständig, ein sehr netter Mensch, der einem alles sehr ausführlich erklärt (also Zeit mitbringen). Vorher Termin geben lassen.

---  Das Hauptstudium ---


Beim Hauptstudium gibt es 4 Fachrichtungen: Klinische Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie, Entwicklungspsychologie und Sozialpsychologie. Es müssen Veranstaltungen aller 4 Richtungen besucht werden und in allen muss man zur Diplomprüfung antreten.
Da ich bis jetzt nur das Grundstudium absolviert habe kann ich zu den einzelne

src="/plugins/editors/tinymce/jscripts/tiny_mce/themes/advanced/langs/de.js" type="text/javascript">

n Veranstaltungen, Prüfungen etc. nicht viel sagen.
Aber auf der Homepage stehen viele Infos, welche Fächer man belegen muss.


--- FAZIT ---

Bedauerlicherweise wechselten nach bestandenem Grundstudium fast alle meine Bekannten unter den Psychos den Studienort, da es ihnen hier zu langweilig, klein etc war, oder aber sie zu ihren Freunden ziehen wollten (an dieser Stelle frage ich mich: Warum ziehen die Freunde nie zu ihren Freundinnen ???).
Jedoch gerade das Hauptstudium ist an der Uni Marburg sehr zu empfehlen. Denn es gibt einige bekannte Profs, alles ist im Vergleich zu anderen Unis relativ gut organisiert. Das einzige Problem sind überfüllte Seminare (wegen der üblichen Kürzungen gibt es Personalmangel).

Mein persönliches Fazit ist, vielleicht Grundstudium an einer Uni machen wo es leichter ist und dann zum erfolgreichen Hauptstudium hierher. Schließlich schauen zukünftige Chefs durchaus auf die Uni, wo man seinen Abschluss gemacht hat.

--- meine Tipps für Ersties ---

- Beim Einschreiben schon um 8 Uhr morgens dastehen, auch wenn das Studentensekreteirat erst um 9 aufmacht. Denn wer um 9 kommt steht mindestens bis 12 Uhr an...
- Unbedingt an der Einführungswoche für Erstsemestler teilnehmen, hier lernt man schnell Leute kennen.
- Der „Express“ ist eine Zeitschrift die überall frei ausliegt. Dort findet man Wohnungsanzeigen und Veranstaltungshinweise.
- Bei der Wohnungssuche braucht man viel Geduld. Zur ZVS-Zeit gibt es wenig Wohnungen und viele Bewerber. Wer Marburg als Erstwunsch angegeben hat und gleichzeitig ein gutes Abi hat (also ca. bis 1,7) kann sich recht sicher sein einen Studienplatz zu bekommen und sollte schon vorher suchen. Selbst wenn man keinen Studienplatz bekommt, man findet auf jeden Fall einen Nachmieter.
- Bei der Wohnungssuche hilft im Notfall der ASTA, dessen Räume in der unteren Etage des Mensagebäudes sind. Der ASTA ist generell Anlaufstelle für Verzweifelt. Dort hängt auch ein Brett für Mitfahrgelegenheiten (Ansonst: www.mitfahrgelegenheit.de).
- Das tolle am Studium hier ist, dass man ein Semesterticket hat. Damit kann man im ganzen RMV Bereich und bis nach Kassel fahren.

 



Relevante Schulfächer: Deutsch
Hinzufügedatum: 2010-08-24 12:04:58    Hits: 2457


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Kommentare 

 
-5 #1 Steve0 2011-03-10 13:43
Psychologie ist keine Naturwissenscha ft, sondern eine Pseudowissensch aft, wenn man so will auch eine Pseudo-Naturwissenscha ft. Der Umgang mit den Begriffen "empirisch", "Messung" und "Konstrukt" ist in der Psychologie sehr lasch, dadurch, und durch die Anwendung von statistischen Tests ("wissenschaftlic he Methodik", hört, hört!) wird Wissenschaftlic hkeit vorgegaukelt.
Allenfalls die experimentelle Verhaltensanaly se (Behaviorismus) ist eine Naturwissenscha ft, diese zählt aber eben auch nicht zur Psychologie im eigentlichen Sinne.

Siehe Beispielsweise:
- Borsboom (2005): Measuring the Mind: Conceptual Issues in Contemporary Psychometrics
- Baum (2004): Understanding Behaviorism: Behavior, Culture, and Evolution
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+7 #2 Alan Grimm 2011-05-25 22:00
Wer wird denn hier gleich "rot" und rückhaltslos.
Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. D.h. alles was diese doch seh komplexe Wissenschaft behauptet, muss sie auch durch empirische Ergebnisse beweisen lassen. Um so schwieriger und anspruchsvoller sind ihre Inhalte zu verstehen. Der Behaviorismus stellt nur einen Teil der Psychologie (heute mehr ihrer geschichtlichen Entwicklung) dar. Man ist nach der rasanten Entwikclung im bereich der Technik und damit im Vertehen der Hirnaktivitäten und weiterer Biologischer Einflüsse zu wegweisenden Erkenntnissen im Hinblick auf die menschliche Psyche gestoßen. Viele der behavioralen Theorien sind verworfen und durch Kognitionswisse nschaftliche ersetzt worden usw. wer wirklich Interesse am Studienfach Psychologie hat, sollte sich sein eigenes Bild machen, indem er den Begriff einmal nachschlägt und Einzelheiten vertieft
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