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Studiengänge

Fahrradfahren ohne Sattel - Architektur an der TUM


Nickname: Christina
Bundesland: Bayern Stadt: München
Hochschule: Technische Universität München
Bezeichnung des Studienganges: Architektur
Semester: 2
Abschluss: Diplom
Allgemeine Bewertung des Studiums: Furchtbar
Allgemeine Bewertung der Hochschule: Gut
Bewertung des Umfelds:

Nette Leute, aber auch verrückte Zeichner ;)


Bewertung der Stadt:

Vielseitig, interessant, immer was los, aber nicht ganz billig


Beschreibung:

Am Infotag der TU München konnte ich mir durch Gespräche mit den Studenten erste Einblicke in das Architekturstudium verschaffen. Sie erklärten mir, man bräuchte keine Vorkenntnisse (Zitat: "Ich konnte anfangs auch keinen Strich zeichnen...") Durch eine befreundete Architekturstudentin hatte ich bereits die Möglichkeit, bei Vorlesungen erste Eindrücke zu gewinnen. Allerdings an einer Hochschule und nicht an einer Uni. Dass hierbei große Unterschiede bestehen, musste ich dann später in der Uni leider feststellen. Viele Studenten, wenig Zeit und auch eine andere Lehrweise als an der FH trübten meine Stimmung. Die Vorlesung, sowie der Studieninhalt verstärkte schließlich mein Interesse an dem Studium Architektur. Aufgrund meiner mathematischen Fähigkeiten und meiner Freude an handwerklichen Arbeiten dachte ich, dass ich für den Beruf des Architekten geeignet bin. Auch während des fünfwöchigen Praktikums auf einer Baustelle hatte ich viel Spaß, sodass ich nach einem Semester Studium dort nochmals vier Wochen verbrachte und tatkräftig mithalf. So hatte ich Einblick in Zimmererarbeiten, Armieren und Betonieren.
Doch schon zu Beginn des Studiums war ich total überfordert. In der ersten Vorlesung wurden wir in einen Hinterhof geschickt um diesen abzuzeichnen. Meine zeichnerischen Erfahrungen beschränkten sich bis dahin auf ein Minimum. Doch ich dachte mir, erstmal reinkommen und dann wird das schon... Doch nach den ersten drei Wochen, in denen ich auch noch pendelte, bis abends in der Uni saß, nachts zuhause ankam und da weiter zeichnete, bastelte, klebte, war ich mir schon nicht mehr so sicher ob ich das wirklich will. Doch ich kämpfte weiter, dachte, da gewöhnt man sich schon dran und das Ideenentwickeln machte ja auch großen Spaß.
Neben den Vorlesungen gab es auch noch Übungen. Da wurde man in Gruppen mit ca. 15 Personen eingeteilt, denen ein Assistent zugewiesen wurde. Dieser Assistent kümmerte sich dann, indem er die Arbeiten, Zwischenstände und Ergebnisse mit einem besprochen hat. Da diese Korrekturen meist sehr ausführlich waren, konnte es gut mal 4-5 Stunden dauern, bis der Assistent für einen selbst Zeit hatte. So saß man schonmal einen Nachmittag mehr oder weniger arbeitslos rum, da man ein Feedback brauchte... Ich weiß nicht, wie es später wurde, ob man dann die Zeit besser hätte nutzen können. Auch die Wochenenden waren aufgrund wöchentlichen Aufgaben immer sehr verplant. Selbst zum Sportmachen hat man zum Einen keine Lust mehr, nach 10 Stunden Arbeit in der Uni, zum andern gar keine Zeit. So schraubte ich meine sportlichen, Freizeitaktivitäten im ersten Semester ziemlich zurück.
Nach dem ersten Semester kamen dann die wohlverdienten Semesterferien. Doch auch hier ging die Arbeit weiter. Eine komplexe Konstruktionsaufgabe stand an. Voller Elan hängte ich mich rein, doch die Note war nicht sehr befriedigend. So sank meine Einstellung und Stimmung im Laufe des 2. Semesters weiter. Als dann ein Assistent zu mir meinte, nachdem ich schon 8-10 Stunden an einer Zeichenaufgabe saß, ich solle nochmals neu beginnen, da zwei Linien nicht gerade waren und der Abstand nicht passte, brachte das das Faß zum Überlaufen. Ich packte meine Sachen und ging erstmal in den Park. Dort wurde mir erst bewusst, wie viel Energie ich in dieses Studium reingesteckt habe, wie viel Stress ich mir gemacht habe und wie viele schlaflose Nächte ich deswegen hatte...
Doch einfach ein Studium abzubrechen ist nicht so leicht, was erzählt man Eltern und Freunden, nicht zuletzt dem Bafög-Amt? Und noch viel schlimmer, was soll man stattdessen machen?
In den Wochen danach beschäftigte ich mich intensiv mit den anderen angebotenen Studiengängen an den Universitäten und Hochschulen in München. Durch Zufall bin ich dann auf meinen jetzigen Studiengang Wissenschaftliche Grundlagen des Sports gestoßen, bin in Vorlesungen gegangen um mir so ein Bild davon zu machen. Den Sommer verbrachte ich kellnernd und in Vorfreude auf das neue Studium.
Im Nachhinein bin ich froh, dass ich dennoch versucht habe Architektur zu studieren. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, waren zwar schmerzlich, aber wichtig. Denn sonst würde ich mich wahrscheinlich noch heute fragen, was wäre wenn...


Relevante Schulfächer: Kunst, Zeichnen!!!
Dein Tipp für Anfänger:

Setzt euch in Vorlesungen, an der Hochschule/Uni an der ihr studieren wollt


Hinzufügedatum: 2010-08-30 14:13:40    Hits: 2086


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(12 Stimmen)

Kommentare 

 
0 #1 johnsnyder802.blog.com 2016-04-07 22:43
Thank you for sharing your thoughts. I really appreciate your efforts and
I will be waiting for your next write ups thank you once again.
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