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Studiengänge

Elektrotechnik an der TUM


Nickname: Banksy
Bundesland: Bayern Stadt: München
Hochschule: Technische Universität München
Bezeichnung des Studienganges: Elektrotechnik und Informationstechnik
Semester: 5
Abschluss: Bachelor
Allgemeine Bewertung des Studiums: Sehr gut
Allgemeine Bewertung der Hochschule: Sehr gut
Bewertung des Umfelds: Im Grunde alles sehr nette und intelligente Leute. Für außenstehende mag die Studentenschaft vielleicht etwas "nerdig" erscheinen. Der Männeranteil ist schon sehr hoch, wenn nicht sogar der höchste überhaupt.
Bewertung der Stadt: Naja über München kann man wenig schlechtes sagen, außer vielleicht die hohen Preise. Es gibt aber durchaus auch viele Wege, wie man als Student einigermaßen günstig durch den Monat kommt.
Beschreibung: Also zu erst mal meine Vorgeschichte. Ich wollte eigentlich immer Maschinenbau studieren, weil mich Technik allgemein interessiert hat. Mathe und Physik fand ich zwar schon sehr interessant und meine Noten konnten sich auch sehen lassen, aber an trockener Theorie hatte ich nie wirklich Spaß. So kam es auch, dass ich Mathe und Physik nur als Grundkurs hatte, was sich für Elektrotechnik nicht geraden günstig herausstelle, aber auch kein Beinbruch ist. Aus diesem Grund erschien mir Maschinenbau eigentlich als ideales Fach. Mit Elektrotechnik konnte ich nur die nervigen Praktika in der Schule in Verbindung bringen, wo man Bauteile auf eine Leiterplatte steckte und mehrer Messungen durchführen musste. Das Studium stellte ich mir ähnlich vor, nur dass man vorher einen 2x2 Meter großen Schaltplan vorgelegt bekam, den man nachbauen musste. Also war Elektrotechnik schon mal keine Alternative.
Nachdem ich aber bei Maschinenbau abgelehnt worden bin, stand wieder die Frage im Raum, ob es an der TUM nicht noch eine Alternative gibt. Zu diesem Zeitpunkt habe mich dann zum ersten mal darüber informiert, was man in der Elektrotechnik wirklich macht. Die Fächer klangen eigentlich alle recht ansprechend und die Chancen als Elektroingenieur auf dem Arbeitsmarkt schienen sogar einen Tick besser zu sein, als bei Maschinenbau.
Nach längerem hin und her saß ich jedenfalls irgendwann im Vorkurs für das erste Semester Elektrotechnik (und Informationstechnik) an der TUM. Dort musste ich mir erstmal anhören, was ich in dem freien Jahr zwischen Abi und Studium alles vergessen habe.
Das erste Semester war eine ziemliche Wucht. Man war es von der Schule eben nicht gewohnt praktisch den ganzen Tag in der Uni/Schule zu verbringen und mich neuem, kompliziertem Stoff bombardiert zu werden. Nach den Vorlesungen zu Mathematik, Informatik, Schaltungstechnik und digitalen Schaltungen und den entsprechenden Übungen ging es meist erst im Dunkeln nach hause. Dort musste man dann natürlich noch die Übungen vorbereiten und irgendwie versuchen den Stoff nachzubereiten. Im Grunde habe ich im ersten Semester nicht viel von München gesehen, außer meine Uni und meinem Schreibtisch. Der neue Stoff war schon schwer genug, aber mit dem was ich aus der Schule schon nicht mehr wusste oder nie gelernt habe, hatte ich auch noch mit den Grundlagen in Mathe und Physik zu kämpfen.
Im Nachhinein habe ich und viele andere aus meinem Umfeld wohl zuviel gelernt. Der unter dem Semester bis zum Erbrechen geübte Stoff, war bis zu den Prüfungen praktisch nicht mehr vorhanden und musste größtenteils nachgelernt werden. Schaden kann das viele Lernen natürlich nicht, aber anstrengend war es schon. Die Angst vor den Prüfungen war bei allen natürlich groß, da man für jede Prüfung in den ersten beiden Semestern nur zwei Versuche hat, bevor man exmatrikuliert wird. Die Ergebnisse fielen allerdings erstaunlich gut aus.
Das zweite Semester verlief ähnlich, allerdings mit etwas weniger Lernen und leider auch schlechteren Noten. Im dritten Semester war man schon einmal aus der gefürchtet GOP (Grundlagen und Orientierungsprüfung) raus und damit einigermaßen sicher dabei. Im dritten Semester wurde der Stoff noch mehr und noch komplizierter. Allerdings wusste man jetzt schon in welche Vorlesung man gehen sollte und welche Übungen sich lohnen. Dieses zwanghafte Besuchen sämtlicher Veranstaltungen lies nach und ich hatte jetzt auch tagsüber Zeit ein paar Übungen zu rechen. Damit verkürzten sich die nächtlichen Lernsessions und ich hatte etwas mehr Freizeit.
Das vierte Semester war dann vom Stoffumfang der Höhepunkt und krönende Abschluss des Grundstudiums.

Das Studium ist, wie man offensichtlich erkennen kann, sehr schwer. Die Schnitte liegen meistens im 3,x Bereich und die Durchfallquoten liegen zwischen 25 und 50%. Das soll aber niemanden davon abhalten dieses Studium anzufangen. Mit ausreichend Bereitschaft zum lernen (was eigentlich nur aus dem Bearbeiten von Übungen besteht) und dem Verzicht auf einen Großteil der gewohnten Freizeit, lässt sich so ein Studium für fast jeden durchstehen. Zu fast jeder Vorlesungen werden Zentral- und Tutorübungen angeboten. In Mathe gibt es zusätzlich noch die Mentorübrung, in der ich aber nie war und somit bis heute nicht weiß, was dort eigentlich gerechnet wird. ;)
Im Laufe der Zeit merkt man schnell, dass man es nicht schafft alle Vorlesungen und Übungen zu besuchen und zusätzlich alle Aufgaben zu rechnen. Hier muss man einfach überlegen, welche Fächer einem große Probleme bereiten und welche Vorlesungen wirklich einen Mehrwert bringen. Zum Schlafen ist die Zeit eigentlich echt zu schade, wenn man nicht jeden Tag bis spät Abends lernen will.
Aus meinem Umfeld haben es eigentlich alle durch das Grundstudium geschafft, die immer in Vorlesungen und Übungen gegangen sind.

Der Stoff in den ersten Semester soll die Grundlage für die Vertiefungsfächer in den späteren Semestern bilden. So lernt man am Anfang viel über Mathematik, Informatik später dann mehr über Signale und physikalische Grundlagen. Das vierte Semester deckt mit acht Fächern eigentlich die gesamte Bandbreite nochmal ab, allerdings mit mehr praktischen Aspekten.

Die Professoren und Dozenten sind durchwegs kompetent, an der pädagogischen und sozialen Komponente mangelt es aber teilweise sehr. Eine solche Vorlesung und Übung zählt dann zu denen, wo man sich überlegen sollte, ob man nicht doch lieber ein paar Aufgaben rechnet. Ich hab es in manchen Fächern auf eine relativ gute Note geschafft, obwohl ich nur 3-4 mal im ganzen Semester anwesend war. Manche Vorlesungen liefern eigentlich nur den theoretischen Hintergrund und bringen einem nichts beim Bearbeiten der Übungen oder Prüfungen.

Die Uni an sich ist sehr...technisch. Die Gebäude sehen nicht gerade einladend aus, den Hörsälen sieht man die vielen Jahre meist sehr deutlich an. Man kann es aber so sehen, dass die Uni es eben vermeidet, ihre Studenten mit prachtvollen Bauten von den Vorlesungen abzulenken. Wer den ganzen Tag im fensterlosen Nordgelände sitzt, denkt gar nicht daran, dass es draußen 30 Grad haben könnte. ;)

Zum Thema Freizeit kann ich nicht viel sagen. In den ersten beiden Semestern hat man praktisch sowieso keine und wer welche hat, sollte man darüber nachdenken wie ernsthaft er sein Studium betreibt. ;) Nein Spaß beiseite, man hat wirklich nicht zu viel Zeit, aber wer nicht gerade auf einen 1,0 Abschluss aus ist, hat schon genug Zeit um am WE wegzugehen oder einen Sport zu betreiben. Wer auf sowas ganz verzichtet, kann sich nach den Prüfungen wohl gleich in Behandlung begeben.

Ich kann das Studium also grundsätzlich allen empfehlen die Interesse an Mathe und Physik haben. Wer denkt er sei wie geschaffen für dieses Studium, weil er schon immer gerne mit Elektronik rumgebastelt hat, wird (nach meiner Erfahrung) eher auf die Schnauze fliegen, weil sowas einfach überhaupt kein Bestandteil des Studiums ist. Ansonsten sollte man sich weniger die Fragen stellen, was man da eigentlich lernt und vor allem wofür, sondern es einfach tun. Die Prüfungen sind meist nur eine veränderte Reproduktion der Übungen. Man hat nur keine Zeit zu überlegen, sondern muss in kurzer Zeit das hinschreiben, was man aus den Übungen weiß. Für die 1,x braucht es schon etwas mehr Verständnis, aber an solche Noten glauben nur noch die wenigsten.

Relevante Schulfächer: Mathe, Physik
Dein Tipp für Anfänger: Immer am Ball bleiben, nie den Anschluss verlieren. In die Übungen gehen und gleich nachfragen, wenn man etwas nicht versteht.
Hinzufügedatum: 2010-10-14 15:50:15    Hits: 5040


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Kommentare 

 
0 #1 Gunter 2012-02-18 03:27
Hi,

ich wollte mal anmerken, dass das mit der Freizeit von Person zu Person sehr unterschiedlich ist. Ich hatte und habe immernoch gut Freizeit (verglichen mit der hauptberuflich arbeitenden Bevölkerung) und als richtiger Student lernt man irgendwann, dass Vorlesungen meist irrelevant sind und man lieber die Woche zum Weggehen benützt anstatt das teure Wochenende.

Grüße
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+1 #2 http://www.westline.de/ 2014-03-19 19:59
Der Blog-Post erinnert mich an meinen ehemaligen Kamerad Herbert.
Der hat auch andauernd über Zeug wie Kugellager, Verfahrenstechn ik oder auch Ingenieurwissen schaften - Elektro- und Informationstec hnik, wovon ihr an dieser Stelle schreibt, geredet.
Meinereiner wird ihm diesen tollen Artikel mal
forwarden. Wollt ich nur mal loswerden. Der Blog-Post war voll
erhebend und hat mich an früher erinnert.
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0 #3 s.thegeek.de 2014-05-13 10:30
Der Post erinnert mich an meinen Kamerad Jan. Der hat auch immer
über Gedöns wie Ingenieur, Kugellager oder auch Ingenieurwissen schaften - Elektro- und Informationstec hnik, wovon
ihr an diesem Ort schreibt, geredet. Meinereiner wird ihm den Post
mal schicken. Danke für den kurzweiligen Artikel!
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0 #4 Martin 2014-07-14 16:24
Also ich kann zum Grundstudium (Semester 1-4) nicht allzuviel sagen, weil ich es nicht studiert habe (sondern allg. Ingenieurwissen schaften mit Vertiefung Elektro- und Infotechnik auch an der TUM). Aber ich habe im 5. und 6. Semester jede Menge Elektrotechnik Fächer belegt und die waren im Durchschnitt etwas einfacher im Vergleich zu meinen bisherigen Fächern. Abgesehen davon werden die Noten sehr inflationär verteilt. Natürlich ist es anders als in der Schule. Trotzdem: Freizeit habe ich inzwischen im Überfluss (wenn man jeden Tag als potentiellen Arbeitstag ansieht ;)), obwohl ich deutlich mehr ECTS mache als verlangt und das mit sehr guten Noten. Ein Genie bin ich auch nicht (Abi Schnitt 1.8). Ich kann mir schon vorstellen, dass auch bei den echten Etechnikern das Grundstudium zeitweise recht aufwendig ist, aber es wird in jedem Fall besser! Ab dem 5. Semester ist es einem selbst überlassen, wieviel man tun will. Also habt Respekt, aber keine Angst vor der Vereinsamung!
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