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Studiengänge

Medizin in München - Professionelles und Zwischenmenschliches


Nickname: schnitte
Bundesland: Bayern Stadt: München
Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München
Bezeichnung des Studienganges: Humanmedizin
Semester: 7
Abschluss: Staatsexamen
Allgemeine Bewertung des Studiums: Sehr gut
Allgemeine Bewertung der Hochschule: Gut
Bewertung der Stadt:

München ist größer, als die klassischen deutschen Studentenstädte, aber dennoch sehr überschaulich. Der Großstadtflair fehlt im letzten Zug, dennoch gewinnt die Stadt natürlich durch den Englischen Garten, Schwabing, die Isar, das Glockenbachviertel etc.
Preislich geht es hier, gerade im Mietbereich, deutlich teurer zu, was aber hinreichend bekannt sein dürfte.


Beschreibung:

Ich begann mit dem klinischen Abschnitt meines Studiums hier in München im 5. Semester, das Physikum hatte ich an einer anderen deutschen Uni absolviert.
Ich entschied mich nach kurzer Information über den Unterschied zwischen den beiden Unis TU und LMU für die LMU. Folgende zwei Hauptgründe kann ich dazu nennen: Einerseits ist die LMU dafür bekannt ein weitaus verschulteres Studiendesign als die TU zu haben, sprich mehr Pflichtanwesenheit in den Kursen, feste Prüfungstermine etc., was meinem Lerntypus meiner Einschätzung nach besser entgegen kommt, als zuviel freie Wahl. Nun meckert man natürlich gern mal über die vielen Pflichttermine, im Endeffekt fahre ich damit aber besser, denke ich.
Der zweite Grund war schlicht und ergreifend die Nähe der Innenstadtkliniken zu meiner Wohnung und die besser als vermutete MVV-Anbindung nach Großhadern.
Letztenendes nehmen sich die Unis von der Lehrqualität glaube ich nicht viel, man hört nur immer wieder, dass an der TU ein gewichtigerer Schwerpunkt auf die Forschungsarbeit gelegt wird. Nach diesen Kriterien kann man ja u.U. seine Wahl treffen.
Die Kurse in der Klinik sind - wie im Rest Deutschlands hauptsächlich theorieorientiert. Ich würde sagen, dass auf den praktischen Teil der Ausbildung in etwa 1/3 der Zeit entfallen. Im englischen Sprachraum tendiert man während der Ausbildung viel mehr auf die praktische Seite, was jeder bestätigen kann, der in einem solchen Land einmal famuliert hat.
Ich bin mir sicher, etwas mehr Praxis würde nicht schaden, da man doch im Krankenhaus meist sehr verloren ist, wenn es um praktisch anwendbares Wissen geht und die Seminare von sehr variabler Qualität sind (beispielsweise lernt man im "Methodenseminar" Sonographie etwa nicht, wie man ein Ultraschallgerät richtig bedient und Organe schallt, sondern man bekommt zum zehnten Mal die Folien an die Wand geworfen, wie Ultraschall eigentlich funktioniert).
Ansonsten ist die LMU aber sehr bemüht, einem in Tutorials an Beispielfällen wichtige medizinische Diagnosen und Therapien nahezubringen, das ist auch - immer abhängig vom Dozenten - in der Regel sehr einprägsam.
Auch kommen einem mitunter immer mal wieder sehr hilfreiche Kurse unter, wie beispielsweise "Patientenorientierte Kommunikation", wo man anhand perfekter Inszenierungen durch Schauspieler lernen kann, mit Patienten schwierige Sachverhalte zu klären.
Alles in allem kann ich sagen, dass die LMU bemüht ist, ein abwechslungsreiches Lehrprogramm anzubieten, was ein wenig davon getrübt ist, dass man deutlich zu wenig direkt am Patienten arbeitet und die Dozenten hin und wieder qualitativ sehr schlecht ausfallen können. Hier kann man evtl ein wenig liebevoller selektieren.


Relevante Schulfächer: Biologie, Chemie, Physik, Sport - im Prinzip ist aber eher der Fleiß und das Interesse wichtig, das man mitbringt
Dein Tipp für Anfänger:

Praktikas so früh wie möglich absolvieren, auf möglichst abwechslungsreichen Stationen - so vermeidet ihr, eines Tages zu merken, dass ihr euch im Patientenkontakt nicht wohlfühlt, sei es kommunikativ oder untersuchungstechnisch.
Der Spruch, als Mediziner hätte man kein Leben mehr, stimmt nur bedingt. Meist schiebt man die Lernerei eben bis zum Schluss auf und dann sind pro Semester drei Wochen Lernen-Schlafen-Essen angesagt, aber für mich und den Großteil meiner Kommilitonen reicht es für ein bis zwei Nebenjobs, Feierei, Reisen und Sport nebenbei. Davon nicht abschrecken lassen.


Hinzufügedatum: 2010-10-16 14:59:59    Hits: 1935


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